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Weissbach bei Lofer

Weißbach bei Lofer

Seehöhe 666m, Größe 69,44km²

Ortsteile: Oberweißbach, Unterweißbach, Fronwies, Hintertal und Pürzelbach

Das Dorf Weißbach bei Lofer, an der Einmündung des Weissbaches in die Saalach gelegen, erhielt von diesem Bach seinen Namen. Besitzungen und Namen von Bewohnern finden sich schon im frühen 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Durch Schenkung fielen große Waldgebiete an das Stift Berchtesgaden, derern Aufschließung die Ortsteile Hintertal und Pürzelbach ihre Besiedlung verdanken. Die Betreuung der berchtesgadischen Grundholden „enthalb des Waldes“ deren Güter zwischen Zell am See und Unken bei Lofer verstreut waren, oblag dem Amann, einem einem einheimischen lese- und schreibkundigen Bauern, dessen Amtssitz sich in Fronwies befand.

Weißbach bei Lofer

Über den Hirschbichl bestand bereits zur Römerzeit ein Saumpfad, der jedoch nur von Einheimischen benützt wurde. Mit zunehmender Bedeutung der Salzgewinnung am Dürnberg bei Hallein erlangten die Handelswege dorthin erhöhte Aufmerksamkeit. Zur Überwachung des Warenverkehrs gab es mehrere Mautstellen mit Schlagbäumen: am Paß Hirschbichl, im Hintertal und zu Fronwies. Letzterer war von besonderer Wichtigkeit, weil hier auch der ganze Verkehr in den Pinzgau durchging. Zur Verhinderung des Schmuggels war hier das Tal mit Palisaden versperrt.

Das erste kirchliche Gebäude, eine kleine Kapelle, bestand schon 1660 hinter der jetzigen Kirche. 1966 entstand ein größerer Folgebau nächst dem Gasthof Auvogel. 1783 errichtete Erzbischof Hieronymus das Vikariat Weißbach, das 1891 von Kardinal Haller zur Pfarre erhoben wurde. Die heutige Kirche, deren Erbauung 1790 bis 1792 erfolgte, erhielt die Einrichtung aus dem alten Bau mit den notwendigen Ergänzungen. Bei den Kämpfen um 1809 wurden Kirche und Vikariatshaus geplündert. Der schulische Unterricht ist seit 1750 verbürgt. Die Unterweisung erfolgte zunächst in verschiedenen Häusern, bis 1862 das erste Schulhaus errichtet wurde, das 1931 eine Erweiterung erfuhr. Das gegenwärtige Schulgebäude  stammt aus dem Jahr 1969. Im Jahr 1831 wurde mit dem Ausbau der Seisenbergklamm begonnen (zur Erleichterung der Holztrift nach Bad Reichenhall), heute ist dieses Naturdenkmal eine besondere Attraktion für eine Unzahl von Besuchern.

Seisenbergklamm in Weißbach bei Lofer

Noch in den fünfziger Jahren lebte der Großteil der Bevölkerung von der Land- und Forstwirtschaft. Die meisten der kleinen Bergbauernhöfe sind auch heute noch  auf einen Nebenerwerb angewiesen. Früher bot gelegentlicher Schmuggel und in geringerem Maße auch die Wilderei einige Zubuße. Mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung, der Belebung des Fremdenverkehrs sowie Verbesserungen in der Infrastruktur eröffneten sich viele neue Möglichkeiten. Seit 1990 gibt es die Ferienwiese des Österreichischen Alpenvereins. Auf Grund dieser Einrichtung kommen viele naturbegeisterte Leute nach Weißbach bei Lofer, um hier einen möglichst naturnahen Urlaub zu  verbringen. Mit Recht hat Weißbach bei Lofer den Ruf ein „Bergsteigerdorf“ zu sein.

Weißbach bei Lofer